Dies und das (Alltägliches, schönes, inspirierendes fürs Herz)
Hallo Demenz,
Du wunderst Dich sicher, dass ich Dir schreibe, aber es gibt manchmal Themen im Leben über die man reden sollte – oder eben schreiben. Du kennst mich nicht persönlich, aber meinen Papa. Er ist vor 5 Jahren gestorben. Bis dahin warst Du lange Zeit sein Begleiter.
Bist Du Dir im Klaren wie es uns mit Dir ergangen ist? Kannst Du verstehen, wenn ich sage, ich hätte dich manchmal am liebsten auf den Mond geschossen?
Du warst ziemlich besitzergreifend, hast dafür gesorgt, dass Papa uns Kinder nicht mehr erkannt hat. Das war nicht nett von Dir.
Du hast ihn Sachen machen lassen, die hätte er ohne dich niemals getan. Das war fies von Dir.
Du hast ihn Sätze sagen lassen, die hätte er ohne Dich niemals gesagt. Keine feine Art von Dir.
Oft waren wir traurig, weil Papa so in sich gekehrt war, dass wir uns nicht unterhalten konnten.
Oft waren wir traurig, weil wir hilflos neben ihm saßen, während Du ihn im Griff hattest. Ganz ehrlich? Das ist eine miese Masche.
Aber weißt Du was? Es heißt, man soll verzeihen, denn verzeihen ist Stärke. Ich habe in den letzten Monaten losgelassen und hart an mir und meinen Emotionen gearbeitet. Und heute ist der Tag gekommen an dem ich Dir sagen möchte: “Ich verzeihe Dir.“
Es war keine schöne Zeit mit Dir, aber ich denke, wenn Du die Wahl hättest, würdest Du auch gerne etwas anderes tun. Vielleicht hast Du gut für unseren Papa gesorgt, auch wenn wir das von außen nicht sehen konnten. Zumindest hat Papa keinen traurigen Eindruck gemacht.
Mach es gut Demenz. Wenn Du noch andere Menschen besuchst, dann versuche etwas mehr von Dir preis zu geben und sei nicht so geheimnisvoll. Versuche den Angehörigen die Angst und Traurigkeit zu nehmen und zeige ihnen auch deine gute Seiten.
Viele Grüße
Manuela
(c)Manuela Zips 2026
Endlich Herbst
Ich freue mich so. Der Sommer hat sich von seiner besten Seite gezeigt und viele Sonnenstunden beschert. Nun aber darf der Herbst zeigen was er so drauf hat. Die Natur lässt los. Die Blätter verfärben sich und fallen ab. Die Tiere sammeln fleißig Nüsse. Die Luft ist eine andere als noch vor 4 Wochen. Die Sonne strahlt, aber das Licht ist ein anderes - Herbstlicht.
Wir Menschen können uns auch auf den Herbst vorbereiten. Annehmen, loslassen und genießen.
Annehmen, dass diese Veränderungen es gut mit uns meinen. Nach geschäftigem Tun den Frühling und Sommer über kommt nun die Zeit wieder mehr zur Ruhe zu finden. Der Herbst spielt sich auch drinnen wie draußen ab, aber entspannter und vor allem gemütlicher. Kerzen, Kuscheldecke, Bücher lesen, kreativ sein, backen - wir können aus dem vollen schöpfen und müssen uns dabei nicht stressen. Wir dürfen in der gemütlichen Jahreszeit ankommen und genießen.
Was hindert dich daran? Schau genau hin, wo machst Du dir Druck? Wo handelst Du nicht nach Deinem Bedürfnis sondern schwimmst mit dem Strom? Wo sagst Du Ja obwohl Du es gar nicht möchtest. Der Herbst darf sich leicht anfühlen. Der Herbst darf freie Zeiten haben, die nicht verplant werden.
Genieße deinen eigenen Herbst und gestalte ihn Dir so schön wie Du magst. Denn - endlich Herbst!
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